Empfehlungen des Deutschen Vereins decken sich mit Praxis von „Wir gehen aufs GANZE!“


Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge hat im März „Empfehlungen zur öffentlichen Erziehung, Bildung und Betreuung von Kinder im Alter von Schuleintritt bis zum vollendeten 14. Lebensjahr“ veröffentlicht. Darin decken die Experten Handlungsbedarfe auf und empfehlen viele Aspekte, die der PARITÄTISCHE Hamburg gemeinsam mit sechs Standorten der Ganztagsbetreuung in Hamburg bereits seit diesem Schuljahr erfolgreich umsetzt.
So ist es nach Ansicht des Deutschen Vereins bei Schulen mit Ganztagsbetreuung notwendig, dass das Zusammendenken der beiden Systeme Vormittag und Nachmittag verstärkt wird. Dafür seien „angemessene, zeitliche Ressourcen“ für Lehrkräfte des Vormittags und pädagogische Fachkräfte degemeinsame Stundes Nachmittags nötig, um die schulischen Inhalte adäquat mit den unterrichtsergänzenden Angeboten zu verzahnen. Regelmäßiger Austausch und mehr Kooperation zwischen Lehr- und Fachkräften seien nötig. Ein Kernelement der Initiative „Wir gehen aufs GANZE!“ ist, dass in der letzten Schulstunde Erzieher und Lehrer gemeinsam mit den Kindern arbeiten. So können sie sich besser austauschen, zusammen Projekte und Inhalte entwickeln und den Übergang vom Vormittag in den Nachmittag fließender gestalten. Gleichzeitig wächst so das Verständnis zwischen den Professionen, was eine gleichberechtigte Zusammenarbeit fördert und es ermöglicht, dass Schule und Jugendhilfeträger einen gemeinsamen Rahmen für die Ganztagsbetreuung entwickeln können. An den sechs GBS-Standorten der Initiative ist diese Verzahnung gelebte Realität.
Außerdem empfiehlt der Deutsche Verein eine „Balance zwischen Aufsicht, Erziehung, Bildung, Betreuung und Fürsorge einerseits und dem alters- und entwicklungsabhängigen Bedürfnis nach Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit andererseits.“ Kinder benötigten Zeit für Entspannung sowie die Möglichkeit einer partizipatorischen Beteiligung. All das ist an zwei Standorten Standard. Statt täglicher Hausaufgaben bietet die Grundschule Lohkampstraße ihren Kindern zweimal in der Woche Deutsch- bzw. Mathe-Trainingszeiten. Anhand sLohkampstraßepezieller spielerischer Materialien üben die Kinder gezielt schulische Kompetenzen ein. Sie können selbst entscheiden, welche Materialien sie verwenden, mit wem sie trainieren oder wann sie Pause machen. Sie haben große Freude daran, sind entspannter und fördern zusätzlich ihre sozialen Kompetenzen. Auch an der Grundschule Traberweg zeigen sich diese Effekte. Hier heißt es für die Erst- bis Drittklässler neue Lernzeiten statt Hausaufgaben. Sie können nachmittags völlig frei entscheiden, welche Angebote sie annehmen, in welche Räume sie gehen, mit wem sie sich verabreden oder was sie freiwillig üben. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Erziehern haben die Nachmittagskräfte genau im Blick, welchen Lernstand die Kinder haben und können, in Absprache mit den Kindern und Eltern, gezielt darauf Einfluss nehmen. So werden auch hier neben den schulischen Kompetenzen emotionale, soziale und motorische Fähigkeiten gefördert. Dies sind wichtige Schritte von vereinzeltem Können hin zu Weltwissen.
Das Fazit der Empfehlung des Deutschen Vereins fordert: „Das ‚Zusammendenken‘ der beiden Systeme Schule und Kinder- und Jugendhilfe muss verstärkt werden. Ein Weg dahin ist die Entwicklung eines gemeinsamen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsverständnisses“. Außerdem „sollte die konzeptionelle Verzahnung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten wie auch die Rhythmisierung des Ganztages weiter vorangetrieben werden.“ All das geschieht erfolgreich an den sechs Standorten der Initiative „Wir gehen aufs GANZE!“

HIer können Sie die kompletten „Empfehlungen des Deutschen Vereins zur öffentlichen Erziehung, Bildung und Betreuung von Kinder im Alter von Schuleintritt bis zum vollendeten 14. Lebensjahr“ lesen bzw. herunterladen.